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Kleinwalsertal verliert deutsche Post-Sonderstellung | vom 18.10.2005 |
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Zum 1. November wird das Kleinwalsertal von der deutschen Post nicht mehr als Inlands- sondern als Auslandsgebiet behandelt. Das bedeutet, dass ein mehr als 50jähriger Sonderstatus der Tourismusregion des Breitachtals ein Ende erfährt. Künftig gelten nicht mehr die deutschen Inlandstarife für Postsendungen von und nach Deutschland, sondern die jeweiligen Auslandstarife der deutschen und der österreichischen Post. Die deutschen Postleitzahlen verschwinden in Folge zum Jahreswechsel. Damit müssen Einheimische und Gäste für Postsendungen nach Deutschland künftig tiefer in die Tasche greifen.
Was über viele Jahrzehnte gewachsen ist und durch die besondere geografische Lage des Kleinwalsertals für die Talbewohner und auch die Touristen zum Alltag gehörte, das findet mit dem 1. November ein Ende. Ab dann gilt die Gemeinde Mittelberg für die Deutsche Post so wie seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht mehr als Inlands- sondern wie jeder andere Ort in Österreich als Auslandsgebiet. Der Sonderstatus, wonach im Kleinwalsertal für Postsendungen nach Deutschland die dortigen Inlandsgebühren verrechnet werden, fällt somit ersatzlos weg. Umgekehrt natürlich auch, denn für Sendungen aus Deutschland ins Kleinwalsertal gilt ab November ebenfalls der Auslandstarif der deutschen Post. Die fünfstelligen deutschen Postleitzahlen von Riezlern (87567), Hirschegg (87568) und Mittelberg (87569) werden in Folge in zwei Monaten zum Jahreswechsel aufgelassen. Ab dann gibt es nur mehr die vierstelligen österreichischen Postleitzahlen.
"Sonderstatus hat keine Berechtigung mehr"
Seitens der Österreichischen Post AG heißt es dazu, dass das Walsertal künftig "so wie alle anderen Gebiete in Österreich behandelt wird". Alleinverantwortlich werde ab November die Österreichische Post sein. Das sei das Ergebnis der Verhandlungen zwischen der österreichischen und der deutschen Post. Die Umstrukturierung sei eine Folge der EU-Gegebenheiten und dem Wegfall des "Zollanschlussgebiet"-Status in der europäischen Zollunion.
Gemeinde Mittelberg versucht alles
In der Gemeinde Mittelberg will man sich indes mit dem Schaffen von neuen Grenzen im Postverkehr nicht abfinden. Bürgermeister Strohmaier berichtet von einer eigens eingesetzten Arbeitsgruppe, die eine "ausführliche Stellungnahme" erarbeitet habe, in der "alle gelebten Gesetzmäßigkeiten" nach dem mehr als 100 Jahre gültigen Zollanschlussvertrag mit dem deutschen Nachbar aufgearbeitet wurden. Auch ein Verfassungsrechtsgutachten von der Universität Innsbruck wurde in Auftrag gegeben. Zudem sucht man Hilfe auf der hohen politischen Ebene. Entsprechende Kontakte wurden nicht nur zum Wirtschaftsministerium geknüpft, sondern auch zum zuständigen Infrastruktur-Minister, Vize-Kanzler Hubert Gorbach. Der Allgäuer Landrat Gebhard Kaiser hat sich mit einem Beschwerdebrief an den deutschen Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement gewendet: "Es kann nicht sein, dass wir in Zeiten des europäischen Zusammenwachsens neue Grenzen aufbauen."
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