Alphornfestival

Katrin schildert uns ihre Erlebnisse des letzten Alphornfestivals:

Die Vorfreude steigt.

Nur noch wenige Wochen bis zum Alphornfestival. Wir - d'Rüazler Alphornbläser - spielen zwar regelmäßig bei unseren Sommerkonzerten der Trachtenkapelle Riezlern, doch die Alphorntage, welche alle zwei Jahre stattfinden [das nächste Mal 2016], sind in unserem Kalender etwas ganz besonderes.

Alle Teilnehmer erinnern sich noch genau an das letzte Mal: Schon im Vorfeld trafen wir uns zum Proben mit den anderen Alphornbläsern aus Hirschegg und Mittelberg. In dieser großen Gruppe mit mehr als zehn anderen zu spielen ist einfach toll und sicher nicht alltäglich. Der Auftritt zur Eröffnung der Alphorn-Serenade war dann auch etwas ganz besonderes und sicherlich ein Highlight der letzten Jahre: Bis auf den letzten (Steh-)Platz gefüllt war der Gemeindeplatz in Riezlern, die Sitzplätze waren schon weit vor Veranstaltungsbeginn voll. Vor dieser Kulisse mit den Kollegen zu spielen zieht einem schon eine Gänsehaut auf und dem Publikum schien es ähnlich zu gehen. Der passende Rahmen für die festliche Eröffnung.

Doch schon die ganze Woche über gab es talweit nur noch ein Thema: Alphorn. Diverse Workshops und sogar ein Alphornbauer, der sich über die Schulter schauen lässt – überall konnte man Alphornluft schnuppern  und interessante Facts über das Hirteninstrument erfahren. Selbst für uns "alte Hasen" gab es eine Menge Informationen, nützliche Tipps und Hintergrundwissen.

Der krönende Abschluss war natürlich der Sonntag mit dem großen Festival. Ehrensache, dass wir als Einheimische auch beim Weckruf mit von der Partie sind. Nach einer kurzen Besprechung mit den Gastgruppen, die sich auch für den Weckruf gemeldet hatten, waren alle Ortsteile "aufgeteilt". Schon ging es los - wir übernahmen das Zentrum von Riezlern. An verschiedenen Standorten bauten wir unsere Hörner auf und spielten ein paar „Stückle“. Da und dort sah man verschlafene Gesichter zuerst an den Fenstern und schließlich auf den Balkonen stehen. Neben der Kirche "versüßten" wir sogar einer Busgruppe die Abreise. Ein Herr bedankte sich bei uns: „Das war jetzt noch genau das Richtige, so fällt der Abschied nicht ganz so schwer. Zum Glück haben wir das jetzt noch mitgekriegt.“ Die Fotos die von uns gemacht wurden lassen sich wohl kaum zählen :)

Von weitem hörten wir immer wieder die anderen Gruppen, die in den verschiedenen Ortsteilen ebenfalls zum Weckruf spielten. Nach den letzten Tönen bei der Kanzelwand war das Riezler Ortzentrum erwacht und wir fuhren mit dem Walserbus nach Baad. Hier trafen sich alle "Wecker" zum gemeinsamen leckeren Frühstück.

Ausgiebig gestärkt sicherten wir uns einen Platz, um bei strahlendem Sonnenschein zuerst beim Gottesdienst und dann bei der Eröffnung mit Frühshoppen mit der Trachtenkapelle Harmonie Mittelberg dabei zu sein. Immer mehr füllte sich der Festival-Platz in Baad mit Leuten wie mit Spielern. Die verschiedensten Modelle an Alphörnern waren hier zu bewundern, die dann später bei den Einzelvorträgen erklangen.

Auch wir waren mit der großen talweiten Alphorngruppe wieder dabei und spielten ein Stück zur Eröffnung. Danach konnten wir uns erst einmal zurücklehnen und die Vorträge der anderen bei einem erfrischenden Radler genießen. Wir freuten uns aber schon besonders auf das "grande Finale" des Tages: Das große Abschlusskonzert mit allen teilnehmenden Alphorngruppen auf der Naturbühne von Baad. Gegen 15:00 Uhr schnappten wir uns unsere Hörner und machten uns gemeinsam mit ca. 200(!) anderen Alphornspielern auf den Weg.

Es braucht schon einiges an Organisation, so viele Leute nach Stimmen aufzuteilen und die Aufstellung zu koordinieren. Schließlich stand jeder an seinem Platz und wir kamen aus dem Staunen selbst nicht mehr heraus. Erst von hier oben konnten wir sehen, wie viele Leute zum Festival gekommen waren: Denn "dort unten" warteten über 2000 Besucher auf die Klänge der Alphörner. Wahnsinn, vor so einer Kulisse zu spielen. Diesmal waren wir es, die unsere Handys rausholten und ein paar Fotos machten.

Und schon ging es los. Damit jeder Bläser die Zeichen des Dirigenten sehen konnte, dirigierte er mit riesigen, schwimmähnlichen Bewegungen. Was für ein Sound, von über 200 Alphornspielern. Sogar unsere jungen Musikanten mussten zugeben: "Boah das war jetzt aber schon voll cool!"

Ja, da gerät man ins Schwärmen, wenn man an die letzten Alphorntage zurück denkt. Und die Vorfreude steigt – in nur ein paar Wochen ist es wieder so weit und das Tal wird erfüllt von Alphornklängen. Für alle Fans des Hirteninstruments gibt es dieses Jahr ganz neu ein ideales Angebot von Kleinwalsertal Tourismus.
 

Ich bin schon sehr gespannt auf die Wanderungen mit Gilbert Kolly. Er ist ein echter Profi und Experte zum Thema Alphorn. Außerdem bin ich froh, dass wir wieder die Eröffnung der Serenade gestalten dürfen, denn die Sitzplätze dürften auch dieses Jahr wieder schnell besetzt sein :) 
 

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