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Kehrtwende der Österreichischen Post | vom 23.06.2006 |
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Aufatmen im Kleinwalsertal. Die Österreichische Post AG wird nun doch nicht auf die mit Ende des Jahres geplante Abschaffung der Deutschen Postleitzahlen beharren. Ganz offensichtlich gibt es in der Führungsetage in Wien ein Umdenken. Der zuständige Post-Vorstand Dr. Herbert Götz ließ demnach wissen, die deutschen Kennziffern werden auch künftig ein fixer Bestandteil des Postwesens im Breitachtal sein.
Ursprünglich sollten die fünfstelligen deutschen Postleitzahlen für die beiden auf dem Straßenwege nur über Deutschland zu ereichenden Exklaven Kleinwalsertal und Jungholz mit 31. Dezember 2006 laut Österreichischer Post AG unwiderruflich abgeschafft werden. Dann hätten alle Brief- und Paketsendungen nur mehr die vierstelligen österreichischen Postleitzahlen getragen und die deutschen Wirtschaftsgebiete wären nicht nur geografisch sondern auch postalisch gesehen für Deutschland zum Ausland geworden. In den Exklaven regte sich gegen diese vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht nachteilige Maßnahme großer Widerstand. Dieser scheint jetzt Früchte zu tragen.
Technische Voraussetzungen geschaffen
Erstmals ließ der zuständige Österreichische Post-Vorstand Dr. Herbert Götz offiziell anklingen, der Erhalt der deutschen Postleitzahlen sei "oberstes Ziel". Aus Wien mitgebracht hat diese Nachricht Vorarlbergs Wirtschafts-Landesrat Dr. Manfred Rein, der gemeinsam mit der Kleinwalsertaler Landtags-Abgeordneten Beate Gruber in der Post-Chefetage vorstellig wurde. Laut Gruber führt die Post derzeit intensive Gespräche mit den deutschen Kollegen. Diese seien bereits soweit gediehen, dass die notwendigen technischen Voraussetzungen geschaffen werden konnten, zitiert Gruber den österreichischen Post-Verantwortlichen Götz. Die Post-Zentrale in Wien will die neue Entwicklung alledings noch nicht bestätigen.
Hocherfreut
Hocherfreut zeigt sich der Kleinwalsertaler Bürgermeister Werner Strohmaier über die Kehrtwende der Post. Der "massive politische Druck" aus beiden Ländern habe schlussendlich zum Einlenken geführt. Seitens der Gemeinde, dem Landtag, dem Bundesrat und dem Büro des Vize-Kanzlers habe man ebenso alles zum Erhalt der deutschen Kennziffern getan wie von deutscher Seite über das Landratsamt bis hin zum Wirtschaftsministerium. Alle hätten sich uneingeschränkt bereit erklärt, "sich für die Sache einzusetzen". Damit dürfte die Sonderstellung mit österreichischer und deutscher Kennziffer auf den Postsendungen auch künftig erhalten bleiben.
Auslandstarife bleiben
Einzig in der seit November 2005 geltenden Tarifstruktur werde es keine Änderungen mehr geben, verwies Post-Mann Götz demnach aber auf die Beibehaltung der Auslandstarife für Postsendungen nach Deutschland.
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