Die Kirchengeschichte in Kurzform
Die Walser sind ein streng katholisches Völklein und sie haben ihren Glauben bereits aus ihrer Urheimat mitgebracht. So war ihr größter Wunsch die Erhebung als eigene Pfarreien, was aber recht schwierig war und viele Jahre dauerte. Bei der Besiedlung um 1300 und dann noch mehr als 500 Jahre lang war die Iller und der Hauptfluß des Tales, die Breitach, bis zum Zwerbach in Riezlern Bistumsgrenze. Die links gelegenen Siedlungen (Mittelberg, Hirschegg und Ortsteile von Riezlern) gehörten zur Diözese Konstanz, der rechte Teil (Riezlern) zu Augsburg. Mittelberg wurde dann 1391 eigene Pfarrei, Riezlern 1508 und Hirschegg, es gehörte zu Mittelberg, wurde erst 1792 selbständig.
Die Bewohner des Tales, obwohl sie ein Stamm waren und demselben Gericht und Landesherrn angehörten, standen über 500 Jahre unter zwei verschiedenen Bistümern und Dekanaten. Die Zusammenlegung war erst in den Jahren 1820/21, als das gesamte Tal zum Bistum Brixen kam.
Die drei katholischen Pfarreien haben je eine eigene Kirche. In Mittelberg wurde sie 1460 bis 1463, in Hirschegg 1804 bis 1806 und in Riezlern 1889 bis 1891 erbaut. Jede Pfarrei hat auch in etwas entfernter gelegenen Ortsteilen Kapellen.
Die Evangelischen Glaubensbrüder hatten es in dem streng katholischen Walsergebiet auch nicht gerade leicht. Die ersten Gottesdienste wurden 1925 in der damaligen Klinik Dr. Backer in Riezlern-Schwende gehalten und seit 1933 gab es dann die Diasporage-meinde in Hirschegg, welche von der Pfarrgemeinde Oberstdorf betreut wurde. 1952/53 wurde in Hirschegg die Kreuzkirche erbaut und seit dieser Zeit ist in der Gemeinde Mittelberg auch ein evangelischer Vikar oder Pfarrer wohnhaft.
Die Neuapostolische Kirche hat seit 1934 ihre Versammlungsstätte in der "alten Säge" in Mittelberg und seit 1980 ihren eigenen Kirchenraum in Mittelberg–Bödmen.