App mit GPS Daten | © Kleinwalsertal Tourismus eGen | Fotograf: Antje Pabst

02. Sep. 2015 · Sommeraktivitäten

App-Solut gut gewandert

Die Wander-App im Praxistest

Mit meinen Mitte Vierzig zähle ich eigentlich noch nicht zum alten Eisen, aber ich bin auch nicht mehr jung genug, um den Umgang mit Smartphone, Computer und Co. in die Wiege gelegt bekommen zu haben und damit aufgewachsen zu sein.

Wander App im Test | © Kleinwalsertal Tourismus eGen | Fotograf: Antje Pabst

Dennoch bin ich technisch interessiert, nicht ganz unbegabt in diesen Dingen und gerade im Bereich der Anwendungen mutig genug, oft auch mal etwas Neues auszuprobieren, vor allem dann, wenn es sich möglicherweise als nützlich und sinnvoll erweist. Als im Mai dann Kleinwalsertal Tourismus seinen neuen kleinen elektronischen Wanderführer, die Vorarlberg-App, ankündigte, konnte ich nicht anders, als mir diesen auch auf mein Smartphone zu laden. Schnell und einfach war die App installiert und einige Karten geladen, die schließlich so lange schlummerten, bis es endlich Zeit für den Praxistest wurde.

Dieser fand dann in den letzten Sommertagen im Kleinwalsertal auch endlich statt. Ohne mein Daten-Roaming-Volumen zu belasten, wollte ich wissen: Was kann die App wirklich? Für meinen Test unter Echtzeitbedingungen habe ich mir eine kleine leichte Wanderung ausgesucht, deren Verlauf ich sehr gut kenne und lasse die App nur nebenher mitlaufen.

Die Wander App Kleinwalsertal | © Kleinwalsertal Tourismus eGen | Fotograf: Antje Pabst

Am Startpunkt der Route angekommen, deaktiviere ich mein Daten-Roaming und starte die App. Sie meldet zuverlässig via GPS den aktuellen Standort und noch 130 m bis zum Anfang der Route. Ohne Probleme gelange ich dorthin. Nun beginnt die Routenführung. Auf der im Smartphone gespeicherten Karte wird der Weg als rotes Band eingezeichnet, der blaue Punkt, der meinen Standort markiert, aktualisiert mit jedem meiner Schritte seine Position. Auf Sehenswertes entlang der Route (z. B. Alphütten) wird hingewiesen, was man allerdings nur dann mitbekommt, wenn man die Augen auch auf dem Display hat. Präzise und genau weist mir die App den Weg. Lediglich als ich – ganz bewusst – von der angegebenen Route abweiche, hätte ich mir ein akustisches Signal gewünscht, welches mich kurz warnt, dass ich dabei bin, den falschen Weg einzuschlagen.

Trotzdem hat mich mein kleiner elektronischer Begleiter wieder verlässlich zurückgeführt. Schmunzelnd denke ich: „Gut gemacht, Du Wanderführer in der Hosentasche.“ Jetzt sind wir bereit, die App und ich – bereit für die Entdeckung neuer Wege, denn es gibt schon noch so die eine oder andere Bergtour, die ich noch immer auf meiner To-do-Liste habe.
Und doch werde ich mich auch künftig nicht nur auf mein Smartphone und die App verlassen. Die gute alte und von Gebrauchsspuren deutlich gezeichnete Wanderkarte wird auch weiterhin ständiger Begleiter in meinem Rucksack bleiben, denn diese leidet nie unter plötzlichem Akkustromverlust, und die Wanderwegemarkierungen, die von den Mitarbeitern des Bauhofes der Gemeinde gut gepflegt und instand gehalten werden, sind sowieso unverzichtbar. Als zusätzlicher Helfer allerdings darf auch die App mich künftig ab und zu in den Bergen begleiten – mein neuer kleiner Bergführer in der Hosentasche. Praxistest bestanden – willkommen im Bergleben!

Duuratal Widderstein im Hintergrund | © Kleinwalsertal Tourismus eGen | Fotograf: Andre Tappe

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