Kleines Tal – große Natur Ein Paradies, das berührt

Ob beim Wandern im Sommer oder Freeriden im Winter – das Kleinwalsertal begeistert mit seiner einzigartigen Natur. Mystische Hochmoore, unberührte Naturschutzgebiete und eine faszinierende Artenvielfalt machen diesen Ort besonders – und schützenswert.

Damit das so bleibt, gibt es die Initiative "Natur bewusst erleben". Schon kleine Gesten helfen, die Schönheit des Tals für kommende Generationen zu bewahren.

Lebensraum bewahren Hintergründe zur Initiative

Natur bewusst erleben ist eine Initiative im Kleinwalsertal mit dem Ziel, dem Wert der Natur für den Menschen mehr Gewicht und Gehör zu schenken. Dazu setzt sie auf zwei Schwerpunkte: die Lenkung Erholungssuchender und Freizeitsportler sowie die Sensibilisierung und Wissensvermittlung.
Denn die Natur ist so viel mehr als die Kulisse für unvergessliche Bergerlebnisse. Sie ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Sie stellt Trinkwasser bereit und versorgt uns mit hochwertigen Lebensmitteln. Nicht nur liefert sie wertvolle Rohstoffe wie Holz, sondern sie schützt auch vor Lawinen und Muren und reguliert das Klima.

Bei Fragen und Anregungen zu Natur bewusst erleben wende Dich an: nbe@kleinwalsertal.com

Mehr Informationen zu den Hintergründen der Initiative findest Du auf der Seite der Gemeinde Mittelberg.

Naturvermittlung im Kleinwalsertal: Ranger erklärt eine Gruppe bei einer Outdoor-Exkursion mit Naturfotografen. Im background sind Bäume und Berge zu sehen. | © Kleinwalsertal Tourismus eGen • Fotograf: Oliver Farys
Vier Wanderer mit Rucksack und Wanderstöcken auf einem Waldweg im Sommer, einer fährt Fahrrad. | © v

Jeder kann mithelfen! so kannst Du einen Beitrag leisten

Eines steht fest, gemeinsam können wir mehr erreichen. Mit etwas Rücksicht und ein paar Tipps hinterlässt Deine nächste Auszeit beim Wandern oder Biken, beim Ski- oder Schneeschuhtouren gehen kleinere Spuren.

  • Respektvoll in der Natur: Bleibe auf markierten Wegen und Routen, vermeide Dämmerungs- und Nachtzeiten, nimm Deinen Müll mit, informiere Dich über Tipps auf der Naturtoilette und was für Deinen vierbeinigen Freund gilt.
  • Bewusst miteinander: Nimm Rücksicht auf Mitmenschen, schätze das Zusammenspiel aus Kultur- und Naturlandschaft.
  • Weitsichtig erleben: Plane Deine Touren sorgfältig  und gewissenhaft.

Infos & Tipps für dich Entdecke Natur bewusst Erleben

Alles was man beachten muss Wichtige Infos für die Tourenplanung

Im Einklang mit der Natur Tourentipps im sommer

Man lernt nie aus! Schon Gewusst?

Elstern – diebische Krächzer oder schlaue Eltern?

Die schwarz-weißen, lauten Vögel aus der Familie der Rabenvögel kennt wohl jedes Kind. Auch ihr Ruf als Dieb, der gern Glitzerndes stiehlt, ist weit verbreitet. Doch die Elster ist ein spannender und vor allen Dingen intelligenter Vogel, der uns Menschen als Kulturfolger häufiger begegnet.

Die Elsternpaare bleiben oft ein Leben lang zusammen und sind durchaus liebevoll miteinander, wobei sie ihre Brut mit allem was sie haben auch gegen größere Rivalen lautstark verteidigen. Ihre Nester bauen sie gern kunstvoll und sogar mit Dach in hohe Bäume.  Oft werden sie viele Jahre genutzt, wenn sie nicht gerade anderen Vogelarten wie der Waldohreule als Brutplatz dienen. Da ab und an auch mal ein Stück Draht o.ä. für den Nestbau verwendet wird, könnte man auf den Gedanken kommen, die Elster lässt sich für Glitzerndes begeistern, was sich jedoch nach Forschungen als Mythos herausstellte.

Ebenfalls nicht bestätigt hat sich das Gerücht des Rückgangs von kleineren Singvögeln durch deren Eierraub. Zwar kommt es vor, dass neben Insekten, Larven und Samen auch mal das eine oder andere Vogelei gefressen wird, jedoch nicht in signifikantem Ausmaß und ohne Auswirkungen auf die Artenzahlen.

Die schlanken Vögel mit dem metallischen Glanz im Gefieder und dem langen Schwanz sind also besser als ihr Ruf und so smart, dass sie sich sogar selbst im Spiegel erkennen können.

Flugakrobaten über deinem Hausdach – der Rotmilan

Wer sich wundert, welcher große Vogel im Flug gerade einen Schatten über den Hang geworfen hat, hat vermutlich einen Rotmilan über sich. Die eleganten Flugkünstler sind in dieser Jahreszeit sehr gut über den sich erwärmenden Sonnenhängen und über unseren Ortschaften zu beobachten.

Rotmilane sind nach Bartgeier und Steinadler die größten Greifvögel in unserer Region - gut zu erkennen an ihrer rotbraunen Grundfärbung und den dunkleren Armschwingen mit großen hellen Flecken in den sogenannten Handschwingen. Am markantesten ist aber ihr gegabelter Schwanz, mit dem sie ihre Flugmanöver steuern. Durch diesen und ihre Größe - ihre Spannweite kann bis zu 1,95m betragen - sind sie vom kleineren Schwarzmilan gut zu unterscheiden.

Zur bevorzugten Beute gehören Kleinsäuger, Amphibien und auch Vögel, die sie sogar akrobatisch im Flug erbeuten können. Aber auch Insekten, Aas oder mal ein Junghase stehen auf auch dem Speiseplan der Nahrung-Allrounder. Sie sind wendige Jäger und gehören zu einer der wenigen Vogelarten, die fast ausschließlich auf dem Europäischen Kontinent zu finden ist.

Wer einen Rotmilan beobachten möchte, kann an sonnigen Tagen den Himmel über Wiesen, Weiden, lichten Wäldern und Waldrändern absuchen. Auch auf hohen, älteren Bäumen sitzend oder über Ortschaften segelnd kann man ihn vom Balkon oder Garten aus entdecken.

Pelz tragen ist wieder in – aber nur für die Hummel

Am Wochenende beginnt der astronomische Frühling, dessen Beginn durch die erste Tag-und-Nacht-Gleiche des Jahres festgelegt ist. Die Dauer des lichten Tages wird wieder länger als die Nacht und die Temperaturen steigen merklich an. Üblicherweise sind in dieser Zeit die ersten Insekten zu beobachten - allen voran die Hummeln. An die 25 Arten der gemütlich wirkenden Brummer kann man bei uns im Kleinwalsertal beobachten.

Sie gehören zu den Wildbienen und sind echte Spezialistinnen, wenn es um das Fliegen in höheren Lagen und bei niedrigen Temperaturen geht. Durch ihren Pelz und die besondere Fähigkeit des Muskelzitterns können die Tiere sich selbst und ihren Nachwuchs, anders als die meisten Insekten, auch bei kalten Temperaturen warmhalten. Sollte es im Sommer dagegen zu warm werden, können sie ihren Körper beim Fliegen sogar herunterkühlen.

Hummeln sind maßgeblich für die Bestäubung und damit den Erhalt vieler Blütenpflanzen verantwortlich. Besonders gern haben sie im Frühjahr Zugang zu den Weidekätzchen, weshalb diese besser nicht gesammelt werden sollten. In ihrem Pelz und dem „Pollenhöschen“ bleiben viele Pollen hängen und ihr Fleiß, schon früh im Jahr, sorgt für Blumennachschub auch hoch oben auf unseren Alpwiesen. Da die verschiedenen Arten durch verschiedenlange Nektarsaugrüssel jeweils andere Blüten anfliegen, wird auch die entlegenste Nische durch die Hummel abgedeckt. Ein Hummelvolk lebt einen Sommer lang und nur die Königinnen überwintern unter anderem in alten Mauselöchern und Erdhöhlen.

Das weit verbreitete Gerücht, dass Hummeln nicht stechen können, hält sich hartnäckig. Sie sind aber selten aggressiv und nutzen ihren Stachel nur im äußersten Notfall.

Ein besonderer Winter… - aber warum eigentlich?

Wer in diesem Winter die Berichterstattung aus dem Alpenraum verfolgt, merkt schnell: Es gab viele Lawinenabgänge und Unfälle abseits gesicherter Pisten und Wege. Wer nicht mit der Thematik vertraut ist, fragt sich da vielleicht, was es eigentlich mit diesem besonderen Winter auf sich hat. Dahinter steckt oft ein ähnliches Muster in der Schneedecke.

Der Winter 25/26 zeichnet sich bisher durch seine lange Kälteperiode mit zunächst wenig Niederschlag und schließlich, in den letzten Wochen, eine geballte Ladung Neuschnee von Frau Holle aus. Somit konnte sich – vereinfacht gesagt – keine stabile Schneedecke ausbilden und es kommt zu einer hohen Lawinenaktivität. Es besteht ein sogenanntes Altschneeproblem, bei dem der weitere Schneefall keine gute Bindung zu den tieferen Schichten aufbauen kann.

Das zeigt sich auch bei uns im Tal: Lawinensperrungen und kurzfristige Sperren von Wegen oder Bereichen sind in solchen Phasen ein wichtiger Schutz. Sie werden gesetzt, wenn Gefahrenbereiche bis an Pisten, Wege oder Routen reichen. Bleib auf geöffneten Pisten und markierten Winterwegen und geh nicht unter Sperren hindurch, auch nicht „nur kurz“. Informiere Dich vor jeder Tour kurz über den Lawinenlagebericht auf lawine.report. Dort wird täglich die aktuelle Gefahrenstufe angegeben (1 gering, 2 mäßig, 3 erheblich, 4 groß, 5 sehr groß), sowie die vorherrschenden Lawinenprobleme und Gefahrenmuster in der Schneedecke. Viele informieren sich zu wenig. Dabei reichen oft zwei Minuten, um sich einen Überblick zu verschaffen und die Hinweise vor Ort ernst zu nehmen.

Wichtig: Wenn Du einen Lawinenabgang siehst, bei dem sicher niemand betroffen ist, melde ihn trotzdem. Das kann unnötige Suchaktionen vermeiden.

Eichhörnchen – vergessliche Gärtner

Wer kennt sie nicht, die pelzigen Kletterkünstler aus Garten, Park und Wald? Eichhörnchen sind tagaktive Baumbewohner und kommen in fast allen europäischen Nadel-, Laub- und Mischwäldern mit alten Baumbeständen vor. Auch städtische Lebensräume haben sie erschlossen, solange es dort genügend Nahrung und Unterschlupf gibt. Eichhörnchen variieren genetisch bedingt in ihrer Fellfärbung von hellrot bis braunschwarz und sind mit ihrem Körperbau perfekt an das Klettern in Bäumen angepasst. Charakteristisch sind ihre Pinselohren und der bis zu 22 Zentimeter, fast körperlange buschige Schwanz.

Sie bauen aus Zweigen, Blättern und Moos kugelige Nester - Kobel genannt - in denen sie ruhen und schlafen. Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe. Sie fressen auch im Winter fast täglich. Dafür verstecken sie im Herbst als Vorrat für die kalte Jahreszeit, Nüsse und Samen im Boden. Um das Futter im Winter wiederzufinden, nutzen die Tiere sowohl ihren Geruchs- als auch ihren Orientierungssinn. Trotzdem finden sie oft nicht alle Vorräte wieder, sodass vergrabene Schätze im Frühjahr zu keimen beginnen. Damit spielen sie auch beim Waldaufbau eine wichtige ökologische Rolle.

Eichhörnchen sind gern gesehen in unseren Gärten und werden oft beobachtet. Dennoch ist nur wenig über ihr Vorkommen in Vorarlberg bekannt. Hilf mit, die Wissenslücken zu schließen: Beobachtungen können über www.laendlemaus.at gemeldet werden.

Schneesperling – Lebenskünstler über der Baumgrenze

Er sieht aus wie ein Spatz im Wintermantel, nur viel alpiner: Der Schneesperling lebt bei uns fast ausschließlich hoch oben in den Bergen, meist oberhalb der Baumgrenze. Schnee und Kälte machen ihm wenig aus – als Standvogel bleibt er das ganze Jahr im Kleinwalsertal. Nistplätze finden sich auch über 2000 m, z.B. am Widderstein oder im Ifengebiet. Typisch ist der graue Kopf, der braune Rücken und das auffällige Schwarz-Weiß im Flügel, das man besonders gut im Flug erkennt. 

Gebrütet wird je nach Schneelage zwischen Mai und August. Das Weibchen legt meist vier bis fünf Eier, nach rund zwei Wochen schlüpfen die Jungen. Auf dem Speiseplan stehen hauptsächlich Samen, aber auch Insektenlarven und Spinnen. Spannend ist sein Verhalten in der Nähe von Menschen. Der Schneesperling ist oft erstaunlich zutraulich und taucht gern dort auf, wo es Krümel gibt, zum Beispiel bei Hütten oder Rastplätzen. Gleichzeitig bleibt er ein Wildvogel, der auf seine Energie und Gesundheit achten muss. Darum gilt: Bitte keine Essensreste liegen lassen und nicht gezielt füttern, schon gar kein Brot oder stark gewürzte Speisen.  

Einfach mal abschalten & die Ruhe Geniessen Die Naturerlebnisplätze im Kleinwalsertal

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